1. Was ist Functional Training?

 

Functional Training findet seinen Ursprung in der Rehabilitation von Verletzungen mithilfe von funktionellen und alltagstauglichen Bewegungen. Heutzutage wird Functional Training in vielen Sportarten im Spitzensport eingesetzt, weil es den Körper mit komplexen Bewegungsabläufen, die mehrere Gelenke und Muskelgruppen gleichzeitig beanspruchen, ganzheitlich trainiert und damit auf jede Situation vorbereitet.

Somit werden im Functional Training nicht einzelne Muskeln isoliert trainiert, sondern komplette Bewegungen wie z.B. ein Klimmzug. Bei einem Klimmzug wird nämlich nicht nur der Bizeps trainiert sondern auch der Unterarm der Rücken ein teil der Schulter und natürlich alle tiefer liegenden Muskeln die den Körper während dem Klimmzug stabilisieren.

Functional Training

Der Klimmzug

Damit steht es im Gegensatz zum Krafttraining wie es in den meisten Fitnessstudios betrieben wird. Dort wird nämlich ein Großteil der Übungen an Geräten absolviert, welche die Bewegungen beim trainieren führen. Somit werden die tiefer liegenden unterstützenden Muskeln so gut wie gar nicht mit trainiert.

Wenn man aber die Bewegungen der Menschen in den meisten Sportarten beobachtet, fällt auf, dass es keine Bewegungen gibt, die nur auf ein Gelenk oder auf einen Muskel beschränkt sind.

 

Und da kommt Functional Training ins Spiel!

 

Functional Training besteht hauptsächlich aus Übungen, bei denen der Sportler mit dem eigenen Körpergewicht und einigen Hilfsmitteln an seinen persönlichen Zielen arbeitet. Wenn jemand zum Beispiel täglich sehr lange am Computer sitzen muss, sollte diese Person den Fokus auf Übungen legen, die den Core stabilisieren um Rückenschmerzen zu lindern oder vorzubeugen. Will jemand aber z.B. besser im Fußball werden, sollte man Übungen einsetzten, welche die Ausdauer, Mobilität, Stabilität, Kraft und die Reaktionsfähigkeit fördern.

Typische Übungen im Functional Training sind z.B. Kniebeugen, Klimmzüge, Liegestütze, Unterarmstütz und viele weitere Eigengewichtübungen. Allerdings gibt es auch sehr viele Übungen bei denen mit Hilfsmitteln wie z.B. Kettlebells, Resistance BändernDip Barren oder Springseilen gearbeitet wird. Ein weiterer Bereich des Functional Trainings ist die Balance und Stabilität. Um diese zu stärken wird mit Balanceboards, Faszienrollen und Gymnastikmatten gearbeitet, welche helfen die Gelenke zu stabilisieren und  die Muskeln zu dehnen oder zu entspannen.

Functional Training

Typische funktionelle Fitness Übung: Liegestütze

Wie man sieht, hat man eine sehr große Auswahl an Übungen, die alle unterschiedlichen Zwecken dienen. Natürlich ist es jedem selbst überlassen, welche Trainingsmethoden und Hilfsmittel er für seine Ziele im Functional Training einsetzen möchte. Es hat sich allerdings bewährt eine Mischung aus Eigengewichtübungen, Übungen mit Gewichten und Übungen zur Förderung der Balance und Beweglichkeit einzusetzen.

Zusammengefasst ist Functional Training perfekt dafür geeignet, seine persönlichen Ziele zu erreichen. Bist du ein Profisportler bedeutet das, dass du dich mit Functional Training z.B. optimal auf einen Wettkampf vorbereiten kannst. Wenn du Sport nur als Hobby siehst ist Functional Training die perfekte Methode um dich ganzheitlich fit zu machen.

Im weiteren Verlauf des Textes werden die Vor- und Nachteile von Functional Training im Vergleich zum Gerätetraining besprochen.

 

 

2. Functional Training vs. Gerätetraining

 

Trainingsort

Functional Training hat viele Vorteile im Vergleich zum klassischem Gerätetraining. Ein Vorteil ist, dass die Übungen so gut wie überall und jederzeit ausgeführt werden können, weil man nur seinen eigenen Körper und einige kleine Hilfsmittel benötigt. Gerätetraining hingegen ist nur im Fitnessstudio oder im teuer eingerichteten Homegym möglich.

  

Functional Training

Beim Functional Training werden gezielt die Balance, Beweglichkeit, Motorik, Kraft, Schnelligkeit und viele weitere Eigenschaften trainiert. In der Praxis bedeutet das, dass komplexe (mehrgelenkige) Übungen auf teilweise unstabilem Untergrund ausgeführt werden, um auch die tiefer liegenden stabilisierenden Muskeln zu trainieren. Dadurch werden die Gelenke stabilisiert, was zur Folge hat, dass Verletzungen vorgebeugt wird. Auch werden die meisten Übungen im stehen ausgeführt, damit möglichst viele Muskeln gleichzeitig aktiviert werden. Die einzige Schwierigkeit beim Functional Training ist, dass man die Bewegungen erst in der richtigen Ausführung lernen muss. Wenn man die richtige Technik verinnerlicht hat, macht das Training aber sehr viel Spaß.

Functional Training

Functional Training mit einem Kettleball

 

Vorteile Nachteile
Hohe Übertragbarkeit in Alltag und andere Sportarten Lernen des richtigen Bewegungsablaufes notwendig
Gezieltes Training von Kraft, Balance, Beweglichkeit, Koordination, etc. Anfangs hohe Konzentration bei Ausführung der Übungen notwendig
Training von Bewegungen und nicht einzelner Muskeln  
Stabilisation der Gelenke  
Sehr gute Verletzungsprävention  
hoher Kalorienverbrauch  
Verbesserung des eigenen Körpergefühls  
Übungen können überall durchgeführt werden  

 

Gerätetraining

Beim Gerätetraining wird in der Regel nur eine Muskelgruppe gleichzeitig trainiert. Natürlich gibt es auch einige Geräte wie beispielsweise die Beinpresse die mehrere Muskelgruppen gleichzeitig trainiert. Allerdings ist selbst bei solchen Geräten der Ablauf der Übung immer vorgegeben, womit der Körper in seiner Bewegung eingeschränkt ist. Das Problem dabei ist, dass jeder Körper anders funktioniert und keine Maschine perfekt an jeden Körper angepasst werden kann. Außerdem werden bei geführten Bewegungen an Geräten die tiefer liegenden stabilisierenden Muskeln so gut wie gar nicht gefordert. Trotzdem kann man mit Gerätetraining einen Muskel sehr gut isoliert trainieren, was zur Rehabilitation nach Verletzungen notwendig sein kann. Außerdem ist isoliertes Trainieren eines Muskels mit der Zeit notwendig wenn man nur blanken Muskelaufbau als Ziel hat wie z.B. Bodybuilder. Aber selbst wenn man nur Muskeln aufbauen möchte, sollte man nicht nur an Geräten trainieren, sondern diese nur als Ergänzung zu Functional Training benutzen. 

Functional Training - Gerätetraining

Typische Geräte in einem Fitnessstudio

 

Vorteile Nachteile
Gut um isoliert zu trainieren (für den reinen Muskelaufbau) Übungen können nicht überall durchgeführt werden
Gute Möglichkeit zur Rehabilitation nach Verletzungen (wenn fester Bewegungsablauf nötig ist) Es wird fast ausschließlich die Kraft trainiert
  Geräte zwingen den Körper in einen festen, unnatürlichen Bewegungsablauf
  Es werden keine stabilisierenden Muskeln gefordert
  Ein Gerät kann nie zu 100% auf den Sportler angepasst sein

 

Fazit

Beide Trainingsformen haben ihre Daseinsberechtigung. Allerdings sollte man sich nicht nur auf Gerätetraining konzentrieren, weil diese Trainingsart sehr einseitig ist und dem Körper deshalb langfristig auch schaden kann. Wenn man ein Bodybuilder oder jemand mit Verletzung ist, hat das Gerätetraining durchaus seinen Sinn, und hilft den Muskel isoliert zu trainieren. Allerdings ist es selbst dann nicht zielführend sich nur auf Gerätetraining zu konzentrieren, weil immer auch komplexe Übungen durchgeführt werden sollten, welche die tieferliegenden Muskeln erreichen. Genau aus den genannten Gründen ist es für seine Ziele im Sport, den Alltag und als Prävention vor Verletzungen wichtig Übungen mit dem eigenen Körper durchzuführen, bei denen die Übungsabläufe nicht starr vorgegeben sind, sondern alle Muskeln einer Bewegung frei zusammenarbeiten können.